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Baden-Württemberg-Spezial 2020

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Erleben Sie die Vielfalt der baden-württembergischen Natur in unserem Multimedia-Special und starten Sie gleich auf der nächsten Seite mit ausgewählten Video-Impressionen.

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Naturparks

Tagsüber durch den Wald streifen – und abends sein Zelt aufbauen. Ganz legal darf man in Deutschland in immer mehr Trekking-Camps zelten, mitten in der Natur und mit nur wenigen potenziellen Nachbarn. In Baden-Württemberg bieten dieses Abenteuer die beiden Schwarzwälder Naturparke. Unter www.trekking-schwarzwald.de bucht man die Camps, bekommt die Koordinaten zugeschickt und erfährt, wie man sich wildtierfreundlich verhält. Wer richtig abtauchen will, wandert zwei oder drei Tage lang von Camp zu Camp. Die anderen fünf Naturparke im Südwesten laden auf spannenden Tagestouren ebenfalls dazu ein, Tieren und Pflanzen nahe zu kommen.

www.naturparke-bw.de
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NATURPARK NECKARTAL-ODENWALD

www.naturpark-neckartal-odenwald.de

NATURPARK STROMBERG-HEUCHELBERG

www.naturpark-stromberg-heuchelberg.de

NATURPARK SCHWÄBISCH-FRÄNKISCHER WALD

www.naturpark-sfw.de

NATURPARK SCHWARZWALD MITTE/NORD

www.naturparkschwarzwald.de

NATURPARK SÜDSCHWARZWALD

www.naturpark-suedschwarzwald.de

NATURPARK OBERE DONAU

www.naturpark-obere-donau.de

NATURPARK SCHÖNBUCH

www.naturpark-schoenbuch.de

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Schwäbische Alb

Mit großer Freude sah er [...] die Alb, als eine wundersame blaue Mauer ausgestreckt«: So beschreibt Eduard Mörike den Blick auf den Albtrauf von Norden her in seinem »Stuttgarter Hutzelmännlein«. Das 1853 erstveröffentlichte Werk gilt als Hommage an die Schwäbische Alb, Märchen und Reiseführer in einem. So beeindruckend, wie der Dichter und Schriftsteller die »Trauf« genannte Abbruchkante der Alb beschreibt, präsentiert diese sich dem Besucher auch heute noch. Das Mittelgebirge, das sich auf rund 200 Kilometern Länge zwischen Neckar und Donau erstreckt, bietet Outdoor Sportlern eine einzigartige Mischung aus Natur- und Kulturlandschaft – mit verschwiegenen Wäldern und bunten Streuobstwiesen, malerischen Dörfern und Flusstälern, wilden Felsformationen und stolzen Burgen.

Um alle Seiten dieser Region kennenzulernen, eignet sich neben Wanderschuhen auch besonders gut das Fahrrad. Während vielen Mountainbikern eine Alpenüberquerung auf zwei Rädern ein Begriff ist, lockt das Schwabenland mit einem nicht ganz so gipfelgespickten, aber auf jeden Fall lohnenden Pendant, »AlbCrossing« statt Alpen-Cross. Wer über diesen Begriff schmunzeln muss, dem sei gesagt: Auch ohne Hochgebirgspässe verlangt die Albüberquerung nach einer ordentlichen Portion Kondition. Zwischen Aalen im Nordosten und Tuttlingen im Südwesten kommen 370 Kilometer und 7000 Höhenmeter zusammen, verteilt auf sechs Etappen. Genussradler steigen deswegen immer häufiger aufs E-Bike, das der Strecke die Spitzen, aber nichts von ihrem Reiz nimmt. Und mit Ladestationen geizt die Alb schon lange nicht mehr.
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Die schönste Jahreszeit für den AlbCrossing? Schwer zu sagen. Wenn im Frühjahr unzählige Apfel-, Birn- und Zwetschgenbäume blühen, präsentieren sich die Etappen am Fuß des Albtraufs fast kitschig. Leicht und fedrig, wie weiße Pompons, leuchten die Blüten an den Ästen, ein intensiver Kontrast zur Kante des Traufs, die sich hinter den Bäumen erhebt. Doch der Sommer mit leuchtenden Grüntönen und der Frühherbst mit besonders klaren Tagen sind genauso gut für die Tour geeignet. Ganz egal jedenfalls, wann man fährt: Die Königsetappe bildet die Route vom Talort Bad Urach nach Sonnenbühl mit 80 Kilometern und 1470 Höhenmetern. Immerhin hat man schon drei Tage im Sattel hinter sich, wenn nun auf dem Weg zur Albhochfläche die Schottersteine unter den Reifen knirschen.

Auf felsig-schroffe Abbruchkanten folgen schließlich sanfte Wacholderheiden, und oben auf der Alb können Radler etwas verschnaufen. Flachstücke folgen, auf denen es sich fast von alleine rollt. Und in solch entspannten Momenten erwachen die Gedanken ans Kulturprogramm am Weg wieder: Ein Besuch der Burgruine Hohenneuffen oberhalb von Neuffen bietet sich ebenso an wie fast genau in der Mitte der Tour das malerisch am Trauf klebende Schloss Lichtenstein, das bereits als Kulisse einer Dornröschen-Verfilmung diente. Auch eine Reihe von Höhlen lohnt den Stopp, ebenso wie immer wieder Aussichtspunkte mit Rastbänken. Und bei allem Auf und Ab – die Radstraßen bleiben technisch immer leicht machbar, nur selten geht es über unbefestigte Wegstücke.
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Wer die vielen Gesichter der Alb lieber im Schritttempo erkunden möchte, schnürt die Wanderschuhe. Neben Tages- und Halbtagstouren lockt der Albsteig: 358 Kilometer quer über die Schwäbische Alb, für die ganze Tour setzt man mindestens zwei Wochen an. Auch Abschnitte von ein paar Tagen oder einer Woche lassen sich gut realisieren. Charakteristisch sind unterwegs die Aussichtsbalkone, etwa vom Gelben Fels mit Blick ins Lenninger Tal, vom Dreifürstenstein mit Weitblick auf die Burg Hohenzollern oder auch vom Klippeneck, Deutschlands höchstgelegenem Segelflugplatz. Da fällt das Entspannen leicht, der Alltag rückt in weite Ferne.

Wenn dann der Heideboden unter den Sohlen federt oder die Wurzeln auf Pfaden an der Traufkante Konzentration verlangen, genießt man Ruhe und Einsamkeit besonders intensiv. Und nicht zuletzt die Pausen in typisch schwäbischen Gasthäusern, lauschigen Biergärten oder an einem der vielen »Bänkle« am Albtrauf tragen ihren Teil zur Entschleunigung bei. In Mörikes Märchen zieht das Hutzelmännchen auf seinen Wegen und Umwegen vom Trauf immer weiter auf die Schwäbische Alb hinauf. Und so schön die Blicke von der Abbruchkante des Gebirges auch sind: Es lohnt sich, den Spuren der Märchenfigur zu folgen und auf dem Hochplateau weitere Ziele zu entdecken. Hier liegt um die Kleinstadt Münsingen das Herz des mehr als 850 Quadratkilometer großen Biosphärengebiets Schwäbische Alb, das sich auf rund 40 Kilometern vom Landkreis Esslingen im Norden bis zum Alb-Donau-Kreis im Süden erstreckt. Streuobstwiesen, Schluchtenwälder und Wacholderheiden prägen es. In Projekten werden Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus Hand in Hand erprobt, weswegen das Gebiet seit 2009 den Titel UNESCO-Biosphärenreservat trägt.

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Beliebte Ziele im Biosphärengebiet sind die sogenannten »hochgehberge«: 21 Premiumwege, die Wanderern auf Längen zwischen vier und 14 Kilometern die unterschiedlichsten Facetten der Region näherbringen. Von Wäldern über Blumenwiesen und Felsformationen bis zur Auenlandschaft reicht das Repertoire, dazwischen setzen geschichtsträchtige Burgen und Festungen Akzente. Wer sein Gepäck leicht mag, der nimmt nur wenig Proviant mit und kehrt unterwegs ein – die Biosphärengastgeber mit ihren regionalen Spezialitäten sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Ein besonders aussichtsreiches Paradebeispiel für die »hochgehberge« findet sich neun Kilometer westlich von Münsingen beim Dorf Gomadingen an der Lauter. »hochgehsprudelt« heißt diese knapp neun Kilometer lange Tour, die ihren Namen einer Quelle am Weg verdankt. Wacholderduft liegt unterwegs in der Luft – die Schafe, die als vierbeinige Gärtner in Herden den Bodenbewuchs kurz halten, verschmähen die stachelige Pflanze. Ohne traditionelle Wanderschäferei würde es diese typische Graslandschaft mit Silberdisteln, Enzian und den markanten, großen Wacholderbüschen, durch die sich der Wanderweg hinauf zum Sternbergturm zieht, längst nicht mehr geben. Schwindelfreie sollten den 32 Meter hohen Turm unbedingt besteigen: Von oben eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama über die ganze Alb und bei klarer Sicht sogar bis zum Alpenhauptkamm.

Zurück von der etwa dreistündigen Tour bleibt wahrscheinlich noch Zeit für einen Abstecher nach Münsingen ins Biosphärenzentrum. Dort gibt es jede Menge Informationen zur hiesigen Tier- und Pflanzenwelt – und ortskundige »Älbler« geben Tipps, wo in der Umgebung es jetzt die besten Linsen und Spätzle gibt, das schwäbische Nationalgericht. Tatsächlich werden Linsen, die Mitte des 20. Jahrhunderts von den Feldern der Alb verschwanden, hier mittlerweile seit Jahren wieder erfolgreich von BioBauern angebaut. »Alb-Leisa« heißen sie: ein feines Mitbringsel für zu Hause. 
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Alb-Crossing und mehr
Naturgenuss, ursprünglich und zugleich voller kultureller Highlights: Den »Alb-Crossing« radelt man als Gesamttour (370 km, 7000 Hm) in sechs vorgegebenen Etappen oder individuell geplant. www.albcrossing.de
Wer die Alb lieber auf Tagestouren mit dem Rad oder E-Bike ausgiebig erfahren will, findet zahlreiche weitere Vorschläge online: www.schwaebischealb.de/rad

Der Wanderklassiker
Schon vor 100 Jahren hat der Schwäbische Albverein den »Hauptwanderweg 1« angelegt, heute zählt er als »Albsteig« zu den Top Trails of Germany und damit zu den schönsten Fernwanderwegen des Landes. Er führt entlang des Albtraufs über 358 Kilometer von Donauwörth nach Tuttlingen. Infos zu allen Etappen: www.albsteig.com

Langstrecken
Stundenlang einen Fuß vor den nächsten setzen, jeden Tag ein neues Ziel erreichen, wechselnde Landschaften erleben: Fernwanderungen entschleunigen und machen den Kopf frei wie kaum ein anderer Urlaub. Ob auf Spuren der Wanderschäfer oder dem Trauf folgend, die Schwäbische Alb bietet traumhafte Weitwanderwege. Alle Infos: www.schwaebischealb.de/wandern/fernwanderwege/

Runde Sachen zu Fuß
Start und Ziel sind der gleiche Ort: ein unschlagbarer Vorteil von Rundtouren. Ob am Albtrauf, durch Felsentäler, über Wacholderheiden und durch Mischwälder – die Alb bietet ausgezeichnete Rundwanderwege für jeden Anspruch. Hier finden sich alle:
www.schwaebischealb.de/wandern/rundwege-tagestouren 
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Auf Tour mit Insidern
Jede Menge spannende Infos halten die »Biosphären-Botschafter« parat. Sie kennen sich nicht nur bestens mit der heimischen Flora und Fauna aus, sondern führen Besucher im Rahmen ihrer Touren auch auf Pfade abseits der bekannten Wege. Geschichten und Bräuche der Region gehören ebenfalls zu ihrem Erzählrepertoire. www.biosphaeren-botschafter.de

Biosphärenzentrum
Im Herzen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb bei Münsingen liegt das Biosphärenzentrum. Es informiert auf rund 450 Quadratmetern über Baden-Württembergs erstes UNESCO-Biosphärenreservat. Weitere 18 Erlebnis- und Informationszentren sind ebenfalls gute Anlaufstellen für Besucher im Biosphärengebiet. Jedes davon hat eigene Schwerpunkte: zum Beispiel Streuobst, Wasserversorgung auf der Alb, Geologie oder Brauchtum. www.biosphaerenzentrum.de

Mehr als guter Geschmack
Spätzle, Maultaschen, Linsen und Alblamm vom regionalen Erzeuger kommen bei den Biosphärengastgebern auf den Tisch. 20 Gastronomen und Hoteliers haben sich hier zusammengeschlossen und verfolgen neben Gaumenfreuden auch ein naturverträgliches Wirtschaften. Auf einen Blick: www.biosphaerengastgeber.de
Weitere nachhaltige Reisetipps unter www.biosphaerengebiets-partner.de

Feines zum Mitnehmen
Wer im Biosphärengebiet kulinarische Spezialitäten für zu Hause einkaufen möchte, findet unter den Produkten der Regionalmarke Albgemacht das Richtige: Lammsalami, Dinkelbackwaren, Maultaschen, Wein ... Info und Verkaufsstellen: www.albgemacht.de
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Ausgezeichnet wandern
Als Ausgangspunkt für Wanderungen am Albtrauf ist Bad Urach wie geschaffen. Besonders abwechslungsreich und albtypisch bieten sich zum Beispiel die »Grafensteige« an: fünf Premiumwanderwege, die zu Streuobstwiesen, Hangwäldern, Burgen und zum bekannten Uracher Wasserfall führen. Details gibt es unter www.badurach-tourismus.de/wandern

Altehrwürdige Ruine
Wer Bad Urach einen Besuch abstattet, sollte unbedingt auch die Burgruine Hohenurach aus dem 11. Jahrhundert einplanen. Sie thront majestätisch auf knapp 700 Metern über dem Tal und ist neben dem Uracher Wasserfall das Sightseeing-Highlight der sympathischen kleinen Stadt. Mehr Infos: www.badurach-tourismus.de

Thermalbad am Trauf
Der beste Tipp für kühle Tage: nach einer Wanderung vor den Toren Bad Urachs in den »Albthermen« regenerieren. Von den Außenbecken der großen, modernen Anlage schaut man aus dem 32 bis 38 Grad Celsius warmen Thermalwasser direkt auf den Trauf. Zudem locken Saunen sowie auch ein textiler Wellnessbereich. Alle Infos: www.albthermen.de

Richtig gute Küche
»Mit Spätzle ond Soß wirsch groß« – die schwäbische Nudelspezialität ist aus den Speisekarten des Ländles nicht wegzudenken. Aber die Uracher Gastronomen haben noch viel mehr zu bieten, zum Beispiel Spezialitäten vom Bio-Albbüffel, regionale Forellen oder modern interpretierte Klassiker wie Zwiebelrostbraten. Auch Vegetarier finden in Bad Urach das Richtige. www.badurach-tourismus.de/erlebnisse/essen-und-trinken
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Weit über die schwäbische Sprachgrenze hinaus bekannt ist die Kleinstadt Bad Urach am nordwestlichen Albtrauf – nicht zuletzt dank ihrer großen Therme. Aus 770 Metern Tiefe sprudelt das heiße Quellwasser in die Becken der »Albthermen«. Zudem gehört Bad Urach, idyllisch in einem schmalen grünen Tal gelegen, fast ganzjährig auch zu den besten Wanderspots der Alb: Traumhafte Wege beginnen gleich am Rande der Stadt. Ein großes Angebot an Cafés, Kneipen und Restaurants mit exzellenter Regionalküche rundet den Besuch ab.

Selbst von Bad Urachs fachwerkreichem Zentrum sind die Pfade am Albtrauf schnell erreicht. So zum Beispiel der »Hohenwittlingensteig«: Die mit sieben Kilometern nicht allzu lange Route bringt es auf immerhin 422 Höhenmeter. Wenigstens der Auftakt zeigt sich aber gemütlich, über Wiesengelände spaziert man zum »Geschlitzten Fels«, einem beliebten Ziel unter Sportkletterern. Dann folgt der fordernde Anstieg zur namensgebenden Ruine Hohenwittlingen, die aus dem Mittelalter stammt und zwischenzeitlich auch als Gefängnis diente. Heute nimmt dort höchstens der Weitblick über das obere Ermstal den Wanderer gefangen.
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Spannende Geschichten kann man dann nicht nur Kindern beim Weg durch den dichten Wald erzählen: In der geheimnisvollen Schillerhöhle lebte im Jugendroman »Rulaman« der steinzeitliche Held mit seiner Sippe. Darüber hinaus bietet es sich auch an, die Höhle selbst zu erkunden. Sie ist zwar nicht beleuchtet (Stirnlampe mitnehmen!) oder befestigt, von Mitte April bis Ende Oktober aber bis in 30 Meter Tiefe zugänglich. Erst dann zwingt ein Lehmteich Wanderer zur Umkehr.

Als letztes Highlight der abwechslungsreichen Runde geht es schließlich in die Wolfsschlucht. Wasser sprüht über üppig mit Moos bewachsene Felsen; auch an den Sinterterrassen, entstanden durch mineralische Ablagerungen, bleibt das Auge hängen. Und egal, wie heiß ein Hochsommertag auch sein mag: Hier unten in der Klamm bleibt es immer angenehm kühl. Noch vier weitere, maximal zehn Kilometer lange Touren von ähnlicher Schönheit locken vor den Toren Bad Urachs. Zusammengefasst sind sie unter dem Namen »Grafensteige«, allesamt zertifizierte Premiumwanderwege, auch der Hohenwittlingensteig gehört in diese Riege. So unterschiedlich ihre Charakteristika sind, haben sie doch eins gemeisam: Jeder führt auf die Albhochfläche hinauf, fordert entsprechend die Waden der Wandernden – und belohnt mit herrlichen Aussichten.

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Vor allem im Sommer gibt es auf der Schwäbischen Alb noch einen heißen, wenn auch längst nicht mehr geheimen Tipp: die Donau, genauer gesagt das Obere Donautal. Vor hunderttausenden von Jahren grub sie sich im Albsüden zwischen Tuttlingen und Sigmaringen ihren Weg und hinterließ eine einzigartige Landschaft. Durch liebliche Wiesen schlängelt sich der berühmte, hier noch junge und entsprechend schmale Fluss, flankiert von tiefgrünen Wäldern und fast senkrecht aufragenden, hellgrauen Kalkfelsen. Die Region lockt mit Routen für Sportkletterer, mit Kanutouren und traumhaften Wanderungen. Passenderweise tragen die Sahnestücke unter letzteren, die hiesigen Premiumwege, den Namen »Donauwellen«.

Einer der Höhepunkte der Region erwartet Wanderer auf der 13 Kilometer langen »Donauwelle Donauversinkung« bei Immendingen: Der ganze Fluss verschwindet hier kilometerweit komplett im Untergrund. Schuld daran ist das Kalkgestein, dass durch chemische Prozesse immer wieder Spalten und Hohlräume ausbildet und das Donauwasser versickern lässt. Im leeren Flussbett bleiben lediglich Steine zurück, mit etwas Glück finden Fossilien-Freunde versteinerte Schnecken oder Muscheln aus dem Jurameer. Ein weiteres geologisches Highlight dieser Tour bildet der »Höwenegg«, ein Vulkankomplex ganz im Norden des Hegaus westlich des Bodensees. In seinem Inneren wurde bis in die 1970er Jahre Basalt abgebaut, nach Stilllegung des Steinbruchs sammelte sich Wasser in der Grube – und bildet heute einen tiefblauen See.

Wem der Sinn nach traumhaften Flussblicken steht, der knöpft sich die Donaufelsen-Wanderung vor: Die längste der Donauwellen (15,6 km) reiht die schönsten Aussichtspunkte über der jungen Donau aneinander. Bis hierher hat Mörikes Hutzelmännlein im Märchen es übrigens nicht geschafft. Den Geschmack des Dichters dürfte dieses wildromantische Flusstal auf der Schwäbischen Alb aber auf jeden Fall getroffen haben.
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Donauradweg
Wer in kurzer Zeit ganz viel sehen möchte, ist auf dem Donauradweg richtig. Über gut befestigte Wege verbindet er Donaueschingen mit Ulm, immer dem namensgebenden Fluss folgend, und passiert dabei Sehenswürdigkeiten wie die Donauversinkung oder die Barockkirche in Beuron. Die Komplettstrecke umfasst knapp 200 Kilometer. Hier gibt es alle Infos zur Tour: www.schwaebischealb.de/touren/donau-radweg

Schloss Sigmaringen
Im Herzen der hübschen Kleinstadt Sigmaringen thront das gleichnamige Schloss auf eine Felsen: schon aus der Ferne ein beeindruckendes Bauwerk. Zu Mittelalterzeiten eine wehrhafte Festung, ging das Schloss 1535 in den Besitz der Hohenzollernfamilie über. Die prunkvollen Räume können Besucher bei Führungen bewundern: www.schwaebischealb.de/attraktionen/hohenzollern-schloss-sigmaringen

Kloster Beuron
Die imposante Erzabtei Beuron schmiegt sich in eine Biegung der jungen Donau, malerisch von hellen Felsformationen und Wald eingerahmt. Seit dem Jahr 1863 dient sie als Benediktinerkloster, das auch Gästezimmer und Seminare anbietet. www.erzabtei-beuron.de

Paddeln mit Felsblick
Sportkletterer schätzen die vielfältigen Felsen im Donautal seit Langem. Wer nicht klettert, aber einen Perspektivwechsel sucht, kann diese fantastische Landschaft auch vom Fluss aus im Kanu genießen. Leihen lassen sich die Boote dafür zum Beispiel in Beuron oder Sigmaringen: www.schwaebischealb.de/freizeittipps/kanu-und-bootfahren
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Albstadt

Schon in den kühlen Jahreszeiten verwöhnt die Gegend um Albstadt mit goldbraunem Laub und weißer Pracht das Auge. Wenn es wärmer wird, wirft sich das südliche Drittel der Schwäbischen Alb erst recht in Schale. Sonnenstrahlen dringen wie Scheinwerfer in die Buchenwälder und tauchen sie in sanftes Licht. Duftender Wacholder, saftige Wiesen und seltene Orchideen treiben auf den Hochflächen ihr Farbenspiel. Kein Wunder, dass dieses Revier bei den Einheimischen der aus neun Teilorten bestehenden 46.000-Einwohner-Stadt einen »gewissen Stolz erzeugt«, wie Martin Roscher, Leiter von Albstadt Tourismus, bekundet. Wer seine Stiefel schnürt, den führen zehn »Traufgänge« auf die Balkone des steil abfallenden Albtraufs.

Über 100 Kilometer bilden dieses Netz aus Premium-Wanderwegen. Routen wie der Felsenmeersteig, mit 17 Kilometern und 723 Höhenmetern der Königstraufgang, oder die »Ochsenbergtour« (10 km, 373 Hm) imponieren gefühlt nach jeder Kurve mit Talblick und Panorama – und jeder Menge Ruhe. Manchmal fletscht am Horizont gar die Alpenkette ihre Zähne. Hochalpine Gipfel scheinen dann direkt hinter der Schwäbischen Alb aufzuragen, obwohl sie in Wahrheit aus der Ferne grüßen. Auch in den verwunschenen Wäldern gehen Realität und Fantasie oft gemeinsame Wege. Fabelwesen scheinen sie zu bevölkern und zwischen Felstürmen, moosigen Stämmen oder aus Höhlen hervorzuspähen. Da kommen auch Kinder gerne mit auf Tour.

Perfekt für eine abenteuerliche Kurzwanderung eignet sich der Familien-Wanderweg »Traufgängerle Hexenküche« (4 km). der Blick vom Aussichtspunkt Zeller Horn (Traufgang »Zollernburg Panorama«, 16 km, Zu den einprägsamsten Bildern gehört 412 Hm)! Nur einen Steinwurf entfernt, majestätisch auf ihrem 855 Meter hohen Berg schwebend, thront die Burg Hohenzollern. Sonnen sich ihre  Turmspitzen über grünen Baumkronen im Abendrot, verspricht das Fotos mit Kalenderpotenzial und pure Romantik. Wem auf Tour der Magen knurrt, den verwöhnen die Traufgänge Gastgeber mit regionaler Küche. Zum Essen gibt es deftige saisonale Leckereien, Kuchen – und ja, ein echt schwäbischer Wurstsalat gehört natürlich auch auf jede Speisekarte.
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»Bikezone Albstadt« – das klingt geradezu nach Mountainbike-Paradies. Ist es auch: Drei beschilderte Strecken locken mit hohem Trailanteil, knackigen Anstiegen und Rennfeeling, aber auch mit Idyllen und Traumpanoramen. Albstadts preisgekrönte Bikezone hat sich als Marke und als Wettkampfort für den Mountainbike-Weltcup international einen Namen gemacht. Ohne Covid-19 hätte die Cross-Country-Elite hier im Juni sogar den Mountainbike-Champion bei der Weltmeisterschaft ermittelt. Ein weiteres Highlight: der Bikepark mit Schlepplift und Downhillstrecken für rasante Abfahrten, flowige Anlieger und adrenalingeladene Drops. Ob als MountainbikeProfi, als Downhiller oder als Familientourer, dem der Sinn nach kühlen Waldund Forstwegen steht – in der Bikezone bringt man die Federgabel auf allen Leveln zum Glühen. Und die Waden auch.
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Pizza und einige Gläser Wein verhalfen der Albstädter Tourismus-Abteilung eines Abends vor zehn Jahren zum perfekten Namen für ihr Wander-Projekt: »Traufgänge«. Seitdem haben sich die angelegten Premium-Wege zur echten Marke entwickelt. Schade, dass Corona der Party zum Zehnjährigen einen Riegel vorschiebt. Aber zum Glück winden sich die Routen im Jubiläumsjahr auch ohne Musik und Tanz traumhaft und bestens beschildert zu den 50 Aussichtspunkten sowie 33 Picknickstellen mit Bänken oder Waldliegen. Damit die Wege in Schuss bleiben, investieren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter jährlich über 700 Arbeitsstunden. Genau wie die Wanderer stärken auch sie sich gerne mal in den Gaststätten der Region – wo unter anderem gut 3,6 Tonnen (!) Maultaschen pro Saison für Gaumenfreuden sorgen.
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Die besten Spots für Wanderer

Endlich - der anstrengende Aufstieg ist geschafft! Das Wanderportal mit seiner acht Meter hohen Himmelsleiter in Bad Peterstal symbolisiert bereits, dass es hoch hinaus geht. Jetzt lädt eine gemütliche »Himmelsliege« zum Ausruhen ein. Ringsum summen Bienen und Hummeln ihr friedliches Konzert, und der dezente Duft blühender Wiesen erfüllt die Luft. Nur mal eben kurz die Augen schließen ...

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Direkt am Nationalpark Schwarzwald liegt Bad Peterstal-Griesbach, ist Nationalparkgemeinde und »Premiumwanderort«. Wer hier wandert, darf jede Menge Genuss erwarten – landschaftlich wie kulinarisch. Drei vom Deutschen Wanderinstitut als Premiumwege ausgezeichnete Rundtouren bilden die »Schwarzwälder Wandersinfonie«: der Wiesensteig, der Schwarzwaldsteig und der Himmelssteig. Allen gemein sind neben Himmelsliegen auch Getränkebrunnen mit Erfrischungen. Auf dem Himmelssteig, der Name deutet es an, geht es hoch hinaus. Er führt auf elf Kilometern Länge zum aussichtsreichen Himmelsfelsen. Auch wenn dabei stolze 615 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zusammenkommen – auf den moosbedeckten, mit weichen Nadeln gepolsterten Wegen fühlt man sich immer wieder, als würde man auf Wolken wandern.


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Ähnlich in Länge, Höhenmetern und vielleicht noch reicher an Fernsichten präsentiert sich der Schwarzwaldsteig. Ausgangsort ist der Bahnhof Bad Peterstal, eine autofreie Anfahrt also kein Problem. Zu den Highlights der Tour gehört das Ibacher Schliff, eine Steilwand aus Buntsandstein. Und werden unterwegs die Beine schwer, bieten sich zwei Kneippanlagen an. Bei der Nummer drei im Bunde, dem Wiesensteig (13,4 km, 541 Hm), prägen blühende Bergwiesen, sanft geschwungene Talhänge, lichte Wälder und ein sprudelnder Bergbach die Landschaft. Die Rundtour verläuft um das Tal der Rench, zwei Einkehrmöglichkeiten laden zur genussvollen Rast ein. Welche Tour die schönste ist? Unmöglich zu beantworten! Am besten, man wandert alle drei.

Info: www.bad-peterstal-griesbach.de

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Am 20. September feiert der Wiesensteig sein zehnjähriges Jubiläum. Aufgrund der derzeitigen Situation wird es im Programm ein paar Änderungen geben, um die Veranstaltung »coronakonform« zu gestalten.
Hinweise dazu dann unter: www.bad-peterstal-griesbach.de
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»Wanderhimmel« nennt sich Baiersbronn bei Freudenstadt – zu Recht. Zwei traumhafte Mehrtagestouren, der Seensteig und die Murgleiter, tauchen in tiefe Täler ein und streifen Karseen. Alternativ genießt man die schönen Blicke auf Tageswanderungen zu Schwarzwaldhöfen. Viele Start- und Zielorte lassen sich mit Bus und Bahn erreichen, zudem gilt der Ort als Tor zum Nationalpark.

Info www.baiersbronn.de

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Verträumte Wanderpfade durch urwüchsigen Schwarzwald, rasante Mountainbike-Trails, stille Bergseen – und das Ganze direkt vor den Toren einer hübschen Kleinstadt: So punktet Freudenstadt im Nordschwarzwald bei Outdoorern. Sport im Grünen geht in der 23 000-Einwohnerstadt Hand in Hand mit einem reichen Kulturangebot, vielfältiger Gastronomie und attraktiven Einkaufsmöglichkeiten. Über 350 Kilometer umfasst das Freudenstädter Wegenetz, hinzu kommen 50 Kilometer Winterwanderwege – die Wanderstiefel kann man hier zu jeder Jahreszeit schnüren. Unterwegs laden lauschige Picknickplätze ebenso zur Rast ein wie zahlreiche Vesper- und Wanderhütten, in denen typische Schwarzwälder Spezialitäten auf den Tisch kommen.

Um komplett in die urige Schwarzwaldnatur um Freudenstadt einzutauchen, bietet sich die Wanderung »Auf der Fährte des Rothirsches« an. Über 110 Kilometer leitet sie als mittelschwere Rundtour Richtung Norden durch die schönsten Naturschutzgebiete der Schwarzwaldhochstraße, durch den Nationalpark Schwarzwald und idyllische Wälder. Auf insgesamt sechs Etappen erleben Wanderer immer wieder großartige Blicke auf die Täler des Schwarzwaldes, über die Rheinebene und ins Elsass.

Auch das verschwiegene Wildseemoor, Deutschlands größtes Hochmoor, liegt am Weg. Im 18. und 19. Jahrhundert diente der namensgebende See als Wasserreservoir für die Flößerei: Über »Schwallungen«, die das Wasser stauten, gelangten riesige Schwarzwald-Baumstämme bis zum Rhein und nach Holland. Zu den weiteren Höhepunkten der Tour gehört der Mummelsee, ein Relikt der letzten Eiszeit. Mit rund 800 Metern Uferlänge bildet er hierzulande den größten und zugleich höchstgelegenen Karsee (1036 m).

Den Namenspatron der Tour, den Rothirsch, bekommt man unterwegs nur mit Glück zu sehen, denn der größte hiesige Waldbewohner ist sehr scheu. Wer die Tour im Herbst geht, hat dafür gute Chancen, Brunftschreie zu hören. Und worauf Sie sich auf jeden Fall verlassen können, ist ein Höchstmaß an Genuss: Gepäcktransport, komfortable Hotels, zuverlässiges Kartenmaterial. Bei der vollen Sechs Etappen-Tour ebenso wie bei einer zweitägigen Variante, die sich ideal für einen Wochenendtrip anbietet.

Die Pauschale »Auf den Spuren des Rothirsches« ist von Mai bis Oktober buchbar unter
www.freudenstadt.de/wandern-ohne-gepäck



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Auf 32 Kilometern folgt der Flößerpfad der Kinzig zwischen Lossburg und Alpirsbach. Tafeln machen mit der Geschichte der Flößerei vertraut, bis nach Rotterdam gelangten die Schwarzwaldtannen. Wer nur ein Teilstück wandern möchte, kann von mehreren Stellen mit der Kinzigbahn zum Start zurückfahren. Auf www.schwarzwald-kinzigtal.info finden sich weitere Themenwege im Kinzigtal und seinen 25 Seitentälern.

Info www.floesserpfad.de

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Bis zu 170 Meter tief hat sich die Wutach im Südschwarzwald ins Gestein gegraben. Mit ihren Nebenschluchten bietet sie ein spannendes Terrain für Wanderer. Entweder besuchen Sie den Fluss auf einer Tagestour, von der Wutach- zur Schattenmühle etwa (12,5 km, 5 h, zurück mit dem Wanderbus). Oder Sie wagen sich an die große Wanderung und begehen den Schluchtensteig von Stühlingen bis Wehr (119 km). Fünf bis sieben Tage muss man dafür einplanen und erlebt neben der Wutach- auch noch Haslach- und die Wehraschlucht, lässt sich zwischendurch von Wasserfällen besprühen und genießt das Essen in typischen Schwarzwald Gasthöfen.

Info www.schluchtensteig.de
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Plankenwege führen durch das Gebiet  um den Wildsee, eines der größten Hochmoore Europas. Sonnentau hat hier seine Heimat, aber auch Blaubeeren und seltene Gräser wachsen hier. Touren-Tipp: Von Kaltenbronn über das Moor und die Grünhütte nach Bad Wildbad (Busverbindung).

Info www.bad-wildbad.de

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Dort, wo sich unter die Nadelbäume des Schwarzwalds immer mehr Kastanien mischen und nur der Rhein von Frankreich trennt, lernen Wanderer die Welt des badischen Weins kennen. Sieben Tage lang führt der Ortenauer Weinpfad (100 km) von Gernsbach nach Diersburg.

Info www.weinparadies-ortenau.de/ortenauer-weinpfad
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Eine alpine Gratwanderung im Schwarzwald? Doch, die gibt es: Bei Ottenhöfen zieht sich der Karlsruher Grat spektakulär über das Gottschlägtal. Wanderer lernen ihn auf einer 14 Kilometer langen Runde ab dem Bahnhof Ottenhöfen kennen. Über die Edelfrauengrab-Wasserfälle und die Felskanzel Herrenschrofen, von der man tief ins Gottschlägtal blickt, geht es an den klettersteigähnlichen Grat. Im Sommer blüht Ginster an seinen Flanken. Nicht schwindelfrei? Dann den Ausweichweg über den Dreierschrofen wählen. Doch Ottenhöfen ist auch für seine vielen alten Mühlen bekannt: Auf dem 12 Kilometer langen Mühlenweg kommt man an gleich neun Stück vorbei. Unterwegs kehrt man sehr urig in der Benz-Mühle ein.

Info www.tourismus-ottenhöfen.de


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Zwei Jahre lang soll einer der Burgherren von Hohengeroldseck vor langer Zeit im Turm der nahegelegenen Burg Lützelhardt verbracht haben – als Gefangener, dem vorgegaukelt worden war, man habe ihn sehr weit verschleppt. Als er anhand von Glockengeläut erkannte, wo er sich befand, gelang ihm mit Hilfe eines Wächters die Flucht. Zur Rache zerstörte er Lützelhardt kurze Zeit später, und so erklärt die »Grüselhornsage«, warum die Burg Hohengeroldseck viel länger bewohnt war und ihre Ruine in einem besseren Zustand ist als die von Lützelhardt.

Wanderer können sich davon auf dem »Geroldsecker Qualitätsweg« ein Bild machen. Nahe der Stadt Lahr im Ortenaukreis, rund 40 Kilometer nördlich von Freiburg, führt er als Zweitagestour durch die grünen Hügel des Schuttertals. 1535 Höhenmeter kommen auf 35,5 Kilometern zusammen, als Ausgangspunkt bieten sich die Orte Lahr, Seelbach und Wittelbach an. Je nach Einteilung der Runde übernachtet man auch in einem von ihnen.

Wer in Lahr startet, erlebt die beiden Burgruinen gleich auf der ersten Etappe – und am nächsten Tag zwei geschichtsträchtige Schmieden, in denen einst Schwerter für die hiesigen Ritter hergestellt wurden. Dazwischen locken jede Menge Naturerlebnisse: Am Wolfersbach entlang geht es in ein ruhiges Seitental des Schuttertals und hinauf auf den Grassert (514 m). Schöne Blicke bieten auch der Hasenberg und der Höhenrücken des Langenhard (445 m) mit Obstwiesen und Freiflächen, die als Heimat seltener Tiere und Pflanzen seit 2012 zum »Nationalen Naturerbe« des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gehören.

Kurz vor der Zielgeraden erinnert dann bei Seelbach die herrliche Aussicht von der Konradskapelle noch einmal an den alten Ritterzwist. Fast scheint es von hier, als wäre Burg Hohengeroldseck noch intakt ...

Info www.lahr.de, www.seelbach-online.de

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Einst versorgten die Geroldsecker Schmieden die Ritter von Hohengeroldseck mit Waffen. Als die Franzosen die Burg 1689 zerstörten, stellten sie auf Werkzeug um.

www.schwert-seelbach.de/hammerschmiede
www.reichenbach.lahr.de/hammerschmiede
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Zu den schönsten Routen der Region zählt der Auerhahnweg, ein zertifizierter Premiumweg und Schwarzwälder Genießerpfad im Stadtteil Tennenbronn. Auf 10,5 Kilometern (315 Hm) führt die Rundtour durch Wälder und über malerische Wiesenpfade. Anfang des 20. Jahrhunderts lebte hier noch eine große Auerhuhnpopulation. Informationstafeln begleiten den Wanderer auf seinem Weg und vermitteln Wissenswertes über Europas größten Hühnervogel. Der Weg begeistert Naturliebhaber durch die abwechslungsreiche Landschaft und die schönen Blicke über die Höhen und Täler des Schwarzwalds sowie bis zur Schwäbischen Alb. Unterwegs laden Rastplätze zum Picknicken ein. Es gibt auch eine kürzere Variante – die nahezu steigungsfreie Augenblickrunde.

Deutlich hügeliger geht es auf dem Burgenpfad zu, ebenfalls ein Schwarzwälder Genießerpfad. Immerhin 700 Höhenmeter kommen auf der zwölf Kilometer langen Runde um Schrambergs Talstadt zusammen. Genusswanderer halbieren die Strecke und nutzen die restliche Zeit für einen Stadtbummel.


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Tief eingeschnittene Täler mit steilen Flanken, sanft plätschernde Bäche und markant geformte Felsen prägen das Gelände, und immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf das Tal. Neben der wildromantischen Schwarzwaldlandschaft beeindrucken die am Weg liegenden Burgruinen Falkenstein und Hohenschramberg. Wer mehr über die Geschichte der Hohenschramberg erfahren möchte, begibt sich per AudioguideTour auf eine Zeitreise ins Mittelalter.

Ein Tipp für junge Outdoorer: Noch mehr Spaß machen Wanderungen mit einem »Forscherrucksack«auf dem Rücken. Bestückt mit Fernglas und Co. zum Erkunden von Wald und Wiesen gibt es ihn leihweise bei Schrambergs Tourist-Infos. Außerdem locken kindgerechte Geocaches und ebenso spannende wie lehrreiche Audioguide-Touren. 

Infos über Aktivitäten, Wanderungen, Unterkünfte und vieles mehr gibt es unter www.schramberg.de/Tourismus
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Bodensee

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Bizarre Felsformationen, stattliche Ritterburgen und bezaubernde Flusslandschaften: Die insgesamt neun Premiumwanderwege des »Hegauer Kegelspiel« faszinieren mit einer beeindruckenden Landschaft. Das Zusammenspiel aus burggekrönten Vulkankegeln, romantischen Schluchten und atemberaubenden Panoramablicken über die Vulkanlandschaft sowie die Bodenseeregion ist einzigartig und inspiriert. Die Wege des »Hegauer Kegelspiel« sind zwischen 7 und 15 Kilometer lang und als Rundtouren angelegt.

www.hegauer-kegelspiel.eu 
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Knapp über dem Wasserspiegel gleiten und vom See aus immer wieder neue Perspektiven auf versteckte Buchten, unberührte Ufer, Inseln und kleine Häfen einfangen. Am Westlichen Bodensee können Kanuten die Ufer an der deutsch-schweizer Landesgrenze auf eigene Faust oder in geführten Touren entdecken. Verleihstation, Tourenvorschläge und geführte Touren unter

www.bodenseewest.eu
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Vier Etappen, 50 Kilometer – der Premiumwanderweg »SeeGang« verbindet Konstanz mit Überlingen. Wanderer lernen unterwegs die typischen Streuobstwiesen kennen, besuchen Burgruinen und tauchen in Schluchten ein. Der Genuss steht bei der Tour an erster Stelle; überall warten Einkehrmöglichkeiten, meist direkt am Seeufer.

www.premiumwanderweg-seegang.de
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Ob mit Renn- oder Trekkingrad: Der Bodensee bietet eine Fülle von Wegen für Biker. Noch flexibler werden sie durch die »Weiße Flotte«. Man kombiniert Radtour und kleine Kreuzfahrt einfach miteinander. Am besten fahren Radler mit Fahrradtageskarten, auf mehrtägigen Touren oder in Gruppen mit der Mehrfahrten-Karte.

www.schiffe-am-bodensee.de
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Das Herzstück für Radfahrer ist der Bodenseeradweg, auf seinen 260 Kilometern radelt man durch drei Länder und umrundet fast durchweg ufernah den gesamten See. Mit dem wunderschönen Alpenpanorama im Blick kommt man dabei an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region vorbei.Der größte Teil des Weges verläuft in Deutschland und ist quasi eben. Das macht ihn auch für radelnde
Familien attraktiv.

www.echtbodensee.de/radfahren
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Voll im Trend liegt die neue Sportart Stand Up Paddling. Die meisten haben es nach zwei Stunden gelernt und genießen dann das Schweben über den Wasserspiegel. Außerdem bietet sich der Bodensee zum Segeln oder Surfen an, ob mit Kurs oder in Eigenregie. Wassererlebnis-Broschüre mit Ideen, Anbietern und Kursen zum Download auf

www.echt-bodensee.de/wassererlebnis
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Nördlicher Schwarzwald

Sagenhafter Nordschwarzwald! Einst lebte der Legende nach hoch oben in einem Waldsee eine kleine Nixe. Wer nachts den beschwerlichen Weg hinauf nahm, konnte sie mit Glück singen hören und tanzen sehen. Längst zeigt sich die Seejungfrau nicht mehr, doch ihr Gewässer gibt es noch: den Mummelsee, Deutschlands größten und höchstgelegenen Karsee. Seit dem Bau der Schwarzwald-Hochstraße in den 1950er Jahren gehört er zu den beliebtesten Zielen im Nordschwarzwald. Über dem See und dem Hotel im Schwarzwaldstil an seinem Ufer thront die Hornisgrinde (1163 m). Von ihrem Gipfel lässt sich der Nordschwarzwald besonders gut überblicken. Auf etwa 50 Kilometern Länge zieht er sich von Pforzheim im Norden nach Freudenstadt im Süden und macht einen Großteil des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord aus. Steil fallen hier die Berge nach Westen in die Rheinebene ab, nach Osten laufen sie sanft Richtung Neckar aus. Typisch für die Region sind baumfreie Bergheiden, »Grinden« genannt – und natürlich die in der Eiszeit entstandenen Karseen.
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Die an skandinavische Landschaften erinnernden Grinden und die verwunschenen Karseen sind nur zwei charakteristische Landschaftsformen. Daneben gibt es natürlich vor allem auch die unendlichen, dicht stehenden Wälder, die dem Schwarzwald seinen Namen gaben und rund drei Viertel des Nordschwarzwalds bedecken. Teilweise wirken sie so urig, dass man kaum glauben mag, in Baden-Württemberg unterwegs zu sein. Ein rund 10 000 Kilometer langes, einheitlich beschildertes Wanderwegenetz durchzieht den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Ob Wälder oder Wiesen, ob Berge, Schluchten oder Seen, ob Aussichtstürme oder Höhlen – der Nordschwarzwald ist der Wanderwald schlechthin.

Das wilde Herz der Region schlägt in einem Gebiet, in dem besonders strenge Schutzbestimmungen gelten. »Natur Natur sein lassen«: Vor rund 150 Jahren schlug die Geburtsstunde des Nationalparkgedankens, kam von den USA über Schweden nach Deutschland. Seit Mai 2014 gilt dieses Motto auch auf stolzen 100 Quadratkilometern zwischen Baden-Baden und Freudenstadt: im Nationalpark Schwarzwald. Der schnellste Vogel der Welt, der Wanderfalke, fühlt sich hier ebenso wohl wie die kleinste Eule Europas, der Sperlingskauz.

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In der Kernzone des Nationalparks darf der Mensch nicht in den Kreislauf der Natur eingreifen, sondern nur beobachten – und staunen. Bäume, die in Wirtschaftswäldern in der Regel nur ein Drittel ihres natürlichen Alters erreichen, können hier mehrere hundert Jahre alt werden. Und wenn aus totem Holz wieder Leben sprießt, wenn Flora und Fauna aus dem Vergangenen Zukunft formen, dann wird der Wald wieder zum Urwald. Das braucht allerdings seine Zeit. Gute Eindrücke des »Urwalds von morgen« bekommen Wanderer am Wilden See nahe Baiersbronn: In den ehemaligen Bannwäldern, die ihn umgeben, darf sich die Natur bereits seit 100 Jahren frei entfalten. Keinerlei Verkehrsgeräusche dringen bis zum Seeufer vor – ein magischer Ort.

So schön normale Wanderungen im Nationalpark sind: Für eine Extraportion Wissen lohnt es sich, mit Rangerinnen und Rangern auf Tour zu gehen. Das ganze Jahr über stehen Führungen auf dem Programm. Und das derzeit noch im Bau befindliche neue Nationalparkzentrum mit Dauerausstellung, Gastronomie und Skywalk wird den Nordschwarzwald noch attraktiver machen. Keine Frage: Der Lockruf der Wildnis im Ländle ist nicht zu überhören.

www.mein-schwarzwald.de
www.nationalpark-schwarzwald.de


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Der Teinacher
Dieser Schwarzwälder Genießerpfad und Premiumwanderweg verdankt seinen Namen dem Flüsschen Teinach und dem gleichnamigen Mineralwasser. Von Bad Teinach aus wandert man auf den Mathildenstaffeln mit über 600 Stufen nach Emberg. Weiter geht’s über die Wolfsschlucht ins romantische Städtchen Zavelstein und über die Adolfshöhe zurück ins Teinachtal. 11,5 km, 442 Hm, 3,5 Std.
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Wolfsgrubenweg
Einst diente die rundgemauerte Wolfsgrube, mit Reisig bedeckt, als Fallgrube für Herrn Isegrim. Heutzutage ist die Falle von einst Namensgeber und Höhepunkt eines »Genießerpfades« an den Hängen des Flüsschens Teinach. Weitere Highlights: die Feenwiese und der Beilfelsen. Start der Rundtour (7 km, 250 Hm, 2 Std.) ist der Parkplatz am Friedhof Liebelsberg.

7-Berge-Weg
Schlossberg, Killberg, Lemberg, Ziegelberg/Steinberg, Wolfsberg, Galgenberg und Eisberg: Diese sieben Berge rund um Nagold vereint eine lange, aussichtsreiche Tageswanderung. Wem die anspruchsvolle Runde (22 km, 530 Hm, 7 Std.) zu viel ist, der kürzt sie mit Hilfe von beschilderten Zubringerwegen ab.

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Stiefelreise
Drei Tage lang führt diese Rundtour von Calw durch einen Bannwald und ein Hochmoorgebiet zum Sprollenhaus. Am nächsten Tag wandert man via Wildsee, Grünhütte und Sommerberg nach Bad Wildbad und weiter nach Schömberg. Am dritten Tag geht es zurück nach Calw. 72 km, 1876 Hm. Auch als Pauschale mit Gepäcktransport buchbar:

www.calw.de/calw-gastlich/stiefelreise
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Ob Seminare, Vorträge, Familienaktivitäten oder Führungen: Der Nationalpark lockt zu allen Jahreszeiten mit einem facettenreichen Programm. Eins der zahlreichen Highlights heißt »Mit der Nationalparkleitung unterwegs«. An mehreren Terminen laden die beiden Nationalparkleiter, Dr. Thomas Waldenspuhl und Dr. Wolfgang Schlund, bis zu 30 Interessierte ein, sie auf einer Tour durch das Schutzgebiet zu begleiten.

www.nationalparkschwarzwald.de/erleben
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Neckarsteig

Der Schriftsteller Mark Twain war ein weitgereister Mann. Auch die hiesigen Gefilde hat er besucht – und kam zu dem Schluss: »Deutschland ist im Sommer der Gipfel der Schönheit, aber niemand hat das höchste Ausmaß dieser sanften und friedvollen Schönheit begriffen, der nicht auf einem Floß den Neckar hinabgefahren ist.« Dass Twain dabei kenterte, wollen wir nicht verschweigen, und heute hätte der begeisterte Wanderer wohl eine andere Möglichkeit gewählt, die Schönheit des Flusstals zu genießen: den Neckarsteig. Burgen wie an der Perlenkette aufgereiht, Fachwerkstädtchen wie aus dem Märchenbuch, schmale Weglein hoch über dem Wasser – so präsentiert sich das romantische Neckartal auf diesem neuntägigen Weitwanderweg.

Los geht es am weltberühmten Heidelberger Schloss, und das gleich mit einem Paukenschlag: 1200 Stufen auf der »Himmelsleiter« hinauf auf den Königstuhl (560 m). Bis hinüber zum Pfälzerwald reicht der Blick hier über die Rheinebene. Im steten Auf und Ab der nächsten Tage begreifen Wanderer, was Mark Twain am Neckar so gut gefiel: Von zahlreichen Aussichtspunkten öffnen sich immer wieder neue Tiefblicke auf den Fluss, die Neckarschleife und die schönen Laubmischwälder. Am dritten Tag bietet sich sogar noch ein kurzer Abstecher zum Goetheblick, von dem man eine wunderbare Aussicht ins Neckartal und auf den Dilsberg hat. Längst haben sich die Beine inzwischen ans Wandern gewöhnt –  gut so, denn bald steht die anstrengendste Etappe an. Am fünften Tag gilt es die 18 Kilometer und strammen 950 Höhenmeter von Eberbach nach Neunkirchen zu meistern. Danach wird es leichter, und übrigens: Wer lieber einzelne Abschnitte des Neckarsteigs erkunden will, kann das auch. Die perfekte Anbindung der Route ans S-Bahn- und Bahnnetz sowie an die Neckar-Schifffahrt macht den spontanen Ein- und Ausstieg ganz leicht.
 
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Der Neckarsteig verläuft überwiegend im baden-württembergischen Naturpark Neckartal-Odenwald durchzieht aber auch die beiden hessischen Städte Neckarsteinach und Hirschhorn und tritt südlich von Haßmersheim aus der Naturpark-Kulisse heraus in die gleichwohl sehenswerte Kulturlandschaft bei Bad Wimpfen.

Wer den gesamten Weg bis Bad Wimpfen geht, hat am Ende beinahe 5000 Vertikalmeter geschafft – fast wie bei einer Alpentour! Unzählige Einkehrmöglichkeiten locken unterwegs, und dank vorbildlicher Beschilderung grenzt es an ein Ding der Unmöglichkeit, sich zu  verlaufen.

Alle Infos zu den empfohlenen Etappen, Einkehr- und
Übernachtungsmöglichkeiten, Zug- und Schiffsfahrpläne sowie kostenloses Kartenmaterial finden Sie unter www.neckarsteig.de
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Holen Sie sich bei allen Tourist-Infos oder bei den offiziellen Stempelstellen entlang des Neckarsteiges Ihren gratis Wanderpass! Rund sechzig Partnerbetriebe geben die Stempel, und alle Wanderer, die mindestens zehn der insgesamt zwölf gesammelt haben, erhalten zur Belohnung ihre exklusive Wandernadel mit Urkunde.

Infos unter www.neckarsteig.de/de/service/wanderpass
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Berggeheimnisse

Juli 1930. In Freiburg wird die Seilbahn auf den Schauinsland eröffnet. Luise ist aus Freiburg-Günterstal angereist, um an den Festlichkeiten teilzunehmen. Und auch, um Friedrich zu treffen, ihre große, aber verbotene Liebe. Friedrich hatte ihr vor ein paar Tagen ein Telegramm geschickt.

Heute begeben sich Gruppen bis zu neun Personen auf die Spuren der beiden Liebenden – auf einem Escape Walk. Diese recht neue Art Spiel findet normalerweise in geschlossenen Räumen statt, den Escape Rooms, aus denen sich die Spieler befreien müssen, indem sie Hinweisen auf Gegenstände, weitere Stationen, den rettenden Schlüssel oder hilfreiche Personen nachgehen. Kurz: ein Detektivspiel oder, besser, eine Schnitzeljagd für Erwachsene. Im Südschwarzwald wurde der Schauplatz in die freie Natur verlegt – und so wurde die Idee zum »Berggeheimnis« geboren, Deutschlands erstem Outdoor-Exit Game.

Inzwischen gibt es hier vier weitere, ebenso spannende Rätsel zu knacken. Zwei beschäftigen sich mit Staudammprojekten: Bei dem einen reist man ins Jahr 1928 und beobachtet, wie Bürgermeistertochter Amalie gegen den Bau kämpft, der ihr Dorf bedroht. Beim anderen geht es in die andere Richtung. Im Jahr 2080 steht der Damm am Schauinsland kurz vor dem Bruch; die Spieler helfen dem Helden Linus, das Schlimmste zu verhindern.

Mit Getränken der Region befassen sich Teilnehmer der anderen beiden Spiele. Am Tuniberg muss Eduardo den richtigen Wein für den Papst finden. Die Suche treibt ihn – und die Spieler – von Hinweis zu Hinweis in den Rebhängen. Ebenfalls auf die Suche begibt man sich beim Escape Game um die Freiburger Brauerei Ganter: Das Original-Etikett für das »Helle Lager« ist weg – dabei soll es doch das Bier zum 150-jährigen Jubiläum zieren! Um die Geheimnisse lüften zu können, bekommen die Spieler beim Start einen Rucksack, gefüllt mit Rätseln sowie Fingerzeigen in Form von Schlössern und Kistchen.

Und was geschah nun 1930 mit Luise und Friedrich? Auf dem Schauinsland decken die Spieler die tragische Geschichte auf, und langsam drängt die Zeit: Wer länger als 120 Minuten braucht, gibt der Liebesgeschichte eine dramatische Wendung.
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1930 – Luise & Friedrich
Das erste Escape Game, das man draußen spielt: Teilnehmer entdecken auf dem Schauinsland, was mit dem geheimen Liebespaar Luise und Friedrich geschah.

2080 – Das Wasser kommt!
Ein Staudamm droht zu brechen; am Schauinsland öffnet sich ein Fenster in die Zukunft.

1959 – Das Weingeheimnis
Am Tuniberg, dem »kleinen Bruder des Kaiserstuhls«, sucht Eduardo den perfekten Wein für Papst Johannes XXIII. und folgt den Hinweisen durch die Rebberge.

Neu ab 2020:

1928 – Das verlorene Dorf
Am Schluchsee bedroht eine Staumauer Amalies Dorf. 100 Jahre später gewährt ihr Koffer Einblicke in die Ereignisse damals.

1865–2015 – Brauerei-Zeitreise
Zum 150-jährigen Jubiläum der Brauerei Ganter soll das »Helle Lager« wieder gebraut werden. Doch wo ist das Original-Etikett?
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Hessigheimer Felsengärten

Efeu rankt an den Laubbäumen empor, die hier unten in der kleinen, schattigen Schlucht über dem Neckar wachsen. Juliana verknotet das Sicherungsseil mit ihrem Hüftgurt, reibt sich die Hände noch mit etwas Magnesia ein und steigt auf einen kleinen Felsvorsprung. Die Hände suchen Halt im teilweise glatten Gestein, Freund Jens sichert ihren Aufstieg. Als erste Route heute haben sie sich das sogenannte Rosenstöckle vorgenommen. Sie verläuft zwischen zwei schmalen, zerklüfteten Muschelkalktürmen – oben am Fels wachsen Wildrosen. Es ist ein typischer Freitagnachmittag in den Hessigheimer Felsengärten zwischen Stuttgart und Heilbronn: Auf dem Pfad an der Felskante spazieren Familien mit Kind und Kegel und Hund. Die Schlucht zwischen den Felsen aber liegt auf halber Höhe und gehört den Kletterern – ab und zu schaut einer von ihnen über die Kante, um gleich wieder abzusteigen. »Das hier ist ein tolles Trainingsgebiet für den Feierabend oder das Wochenende«, sagt Jens, der wie Juliana ganz in der Nähe wohnt. Der Weinbauer arbeitet in der Felsengartenkellerei, baut nebenerwerblich auch selbst Wein an und entspannt beim Klettern. »Ich liebe es, in der Natur zu sein, und beim Klettern kreisen meine Gedanken wirklich nur um den nächsten Halt in der Wand.«
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Ob die Sportler beim Klettern auch ein Auge für die besondere Tier- und Pflanzenwelt haben? In den Felsen hier wurzeln nämlich seltene Flechten, Gräser und Blütenpflanzen mit exotischen Namen wie Wimper-Perlgras, Scharfer Mauerpfeffer, Edel-Gamander und Frühlings-Fingerkraut. Außerdem brüten unzählige Vögel in den Nischen des Muschelkalks, und Mauereidechsen huschen von Spalt zu Spalt. Ringsum breiten sich die Weinhänge über dem Neckar aus –  viele Reben wachsen in Steillagen, in denen keine Maschinen eingesetzt werden können. Der Blick der Kletterer und Spaziergänger von diesem Sonnenbalkon reicht weit über den Fluss. Unten auf dem Neckartal-Radweg, der über 368 Kilometer von Villingen-Schwenningen bis nach Mannheim verläuft, bewegen sich viele bunte Punkte.
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»Ist da oben jetzt frei?«, ruft jemand herauf. Freie Bahn, los geht’s! 500 Meter breit ist das Klettergebiet, bis zu 18 Meter geht es nach oben, auf etwa 130 Kletterrouten im 3. bis 9. Grad, für Anfänger und Fortgeschrittene, Boulderer und Bergsteiger. Ab dem frühen Nachmittag bevölkern bunt-alternative Klettergrüppchen die Felsen – Pärchen, Väter mit ihren Söhnen und Sportkumpel starten mit ein paar Aufstiegen ins sonnige Wochenende. Die gute Stimmung schwappt zu den Zuschauern über, die sich nach ihrem Spaziergang oben auf den Bänken niedergelassen haben und jetzt die Aussicht genießen. Die Felsengärten schalten in den Sommer-Wochenend-Modus. Ein Gefühl wie am Strand
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Der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, denn in den Felsengärten wogte tatsächlich einst ein warmes Meer: Der Muschelkalk in Hessigheim besteht aus Sedimentgesteinen aus der Trias-Zeit vor etwa 240 Millionen Jahren. Versteinerungen zeugen von dieser Vergangenheit. Schon in den 1920er-Jahren entdeckten Kletterer Hessigheim für sich, seit 1942 stehen die Felsengärten unter Naturschutz, und ebenso lange ist es nicht mehr erlaubt, auf der Außenseite der Felsen – also direkt über dem Neckar – zu klettern. Damit sind einige der aussichtsreichsten Touren tabu, andererseits klettert man an heißen Tagen ohnehin lieber in der kühlen Schlucht. Heute gehören die Felsengärten zu »Natura 2000«, einem Schutzgebietsnetz der EU Umweltministerien, denn sie beherbergen viele Lebensräume: Felsköpfe und -wände, Schutthalden, Magerrasen und die Schlucht.


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Der mineralienreiche Muschelkalk der Felsengärten düngt außerdem die Weinstöcke, die an den steilen Hängen gut gedeihen – kein Wunder, dass in der Region auch der Genuss traditionell eine große Rolle spielt: Die Fachwerk- und Kunststadt BietigheimBissingen, die Weinstadt Bönnigheim und der gemütliche Weinort Besigheim laden zum Eisessen und Einkehren ein. Juliana und Jens ziehen sich zum letzten Mal für heute auf die Felskante, legen die Klettergurte ab und rollen das Seil auf. Dann setzen sie sich auf den Rand der Felsengärten, lassen die Beine baumeln und schauen zu, wie die Sonne untergeht. »Manchmal«, erzählt Jens, »machen wir nach dem Klettern auf einem der Felsen ein kleines Picknick mit Brot, Käse und Oliven – schöner kann ein Wochenende nicht anfangen.«
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Etwa 1400 Winzer rund um Hessigheim haben sich zur Felsengartenkellerei Besigheim zusammengeschlossen. Auf 700 Hektar sonniger Hänge an Neckar und Enz produzieren sie jedes Jahr acht bis zehn Millionen Kilogramm Trauben. Knapp ein Fünftel der Flächen sind terrassierte Steillagen. Hier wachsen vorwiegend typisch württembergische Rebsorten wie Trollinger, Lemberger, Müller Thurgau und Riesling. Die daraus gekelterten Qualitätsweine kann man vor Ort verkosten und kaufen. Außerdem bietet die Felsengartenkellerei viele Aktivitäten an – Führungen, Planwagenfahrten und Events rund um den Wein.
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Taubergießen

Wie ein blauer Blitz schießt ein Eisvogel ins flaschengrüne Wasser. Als er wieder auftaucht, zappelt ein Fisch in seinem Schnabel. Rasch zieht er sich mit seiner Beute hinter die Büsche zurück, die wie ein grüner Vorhang das Ufer säumen. Wellen schwappen gegen die hölzerne Bordwand des Kahns, der gemächlich mit der Strömung treibt, Kapitän Felix Sigg korrigiert nur hin und wieder die Richtung. Bei einer rund zweistündigen Stocherkahnfahrt in der idyllischen Auenlandschaft des Taubergießen schippert man durch eines der letzten wilden Wasserparadiese Deutschlands. Der Tag fließt hier in den Auen bei Rust ebenfalls gefühlt langsamer dahin.

Schon seit 1955 steht der Taubergießen unter besonderem Schutz, seit 1979 trägt er das Prädikat Naturschutzgebiet. Auf 12 Kilometer Länge und 2,5 Kilometer Breite können Nebenarme des Rheins, die Flüsse Blinde Elz und Elz sich hier frei ihre Wege bahnen, Sandbänke verschieben, Ufer umgestalten. Sie haben so ein Gewirr aus Flüsschen und Kanälen geschaffen. Gut, wenn ein Ortskundiger wie Felix Sigg das Boot durch das Labyrinth steuert. Im Kielwasser folgen immer wieder Schwäne, mit denen der Kapitän auf Du und Du ist. Beim ruhigen Dahintreiben beobachtet man Entenpaare mit ihren Kleinen, Blässhühner und Graureiher, die wie Statuen reglos am Ufer stehen. Und mit etwas Glück blitzt es nicht nur eisblau, sondern auch mal knallgelb im Gebüsch: ein bei uns seltener Pirol auf Insektenjagd.

Im Sommer lohnt ein Besuch der Orchideenwiese im Naturschutzgebiet Taubergießen. Der »Orchideenweg« beginnt an der Rheinfähre in Kappel und bringt Wanderer zum Damm und weiter zu den Wiesen, die vor allem im Mai und Juni in voller Blüte stehen

Info www.naturzentrum-rheinauen.de 




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Unterwegs per Rad

Baden-Württemberg und das Fahrrad – das ist eine ganz besondere Geschichte. Denn beim Südwesten handelt es sich nicht nur um das Heimatland des Automobils. Lange vor den Innovationen von Carl Benz und Gottlieb Daimler bastelte Karl Drais in Mannheim an einer Laufmaschine auf zwei Rädern, auf die er 1817 als »Draisine« ein Patent anmeldete. Die Urform des modernen Fahrrads war geboren.

Heute bietet neben dem Mountainbike, Renn- und Trekkingfahrrad das E-Bike immer mehr Urlaubern die Möglichkeit, Baden-Württemberg per Rad zu entdecken. Denn neben gemütlichen Touren an Flüssen und Seen führen viele Touren im Ländle durch höhenmeterreiche Mittelgebirge und fallen entsprechend sportlich aus – dank der wachsenden Zahl an Ladestationen lassen sie sich aber entschärfen. Viele Radstrecken wurden zudem nach strengen Kriterien als Qualitätsrouten zertifiziert und garantieren eine zuverlässige Beschilderung, einen guten Wegzustand und fahrradfreundliche Unterkünfte.
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Zu den Aushängeschildern gehört der Radweg »Liebliches Taubertal« (100 km), den der Allgemeine Deutsche Fahrradclub seit vielen Jahren mit fünf Sternen auszeichnet, der besten Klassifizierung. Genießer kombinieren auf dem »Württemberger Weinradweg« (348 km) oder dem »Badischen Weinradweg« (460 km) Sport, Landschaftsgenuss, Kulinarik und gute regionale Tropfen.

Für abwechslungsreiche Tagestouren durch besonders ursprüngliche Natur hingegen ist das »Rad- und Wander-Paradies Schwarzwald und Alb« wie geschaffen. Diese Gegend um Rottweil mit der einsamen Baarhochebene und dem Mittleren Schwarzwald, mit den Quellen von Neckar und Donau gehört zu den vielseitigsten Regionen in Baden-Württemberg. Es locken Bilderbuchlandschaften wie das obere Neckartal und Naturschauspiele wie die Triberger Wasserfälle, Naturschutzgebiete und Wälder, Flüsse und Bäche. Und von den Höhenzügen reicht die Sicht über die Baar und bis zu den Schweizer Alpen.


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30 Rundtouren mit insgesamt stolzen 1150 Kilometern warten hier auf Fahrradfreunde, allesamt abseits von stark befahrenen Strecken. Rund die Hälfte davon fällt mittelschwer aus, ein gutes Drittel ist leicht, und fünf haben es richtig in sich – darunter die 50 Kilometer lange »Energie-Route« (490 Hm) mit Start und Ziel am Bahnhof Villingen. Am Weg liegen das schöne Kirnachtal, der Donauzufluss Brigach und der Stöcklewaldturm, von dessen Aussichtsplattform man einen atemberaubenden Panoramablick hat. Wer lieber genussradeln möchte, ist zum Beispiel mit der Tour »An Neckar und Glatt« (38 km, 320 Hm) gut beraten. Süße Stärkungen von beachtlicher Größe bietet dabei das Café im Wasserschloss des Schwarzwalddorfes Glatt.

Egal, für welche Route man sich entscheidet: Alle sind in die empfohlene Fahrtrichtung ausgeschildert. Am jeweiligen Ausgangsort informieren Toureneinstiegstafeln über die Strecke und ihre Sehenswürdigkeiten, und die zugehörigen GPS-Daten gibt es kostenlos auf der Website des »Rad- und Wander-Paradieses«. Wer besonders entspannt radeln möchte, leiht sich vor Ort ein E-Bike.

Sie wollen zwischendurch auch mal die Wanderstiefel schnüren? Dann haben Sie von der bequemen Halbtags- bis zur fordernden Tageswanderung 37 Touren zur Auswahl – eine davon ist bestimmt die richtige. In Sachen Vielfalt, Schönheit und Beschilderung stehen die Wanderungen den Radtouren in nichts nach.

Infos: www.rad-und-wanderparadies.de

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Sie brennen für kurvige Pfade, legen sie an und pflegen sie: Die Mitglieder der »Trailsurfers Baden-Württemberg« aus Beilstein bei Heilbronn sind Mountainbiker aus Leidenschaft. Prompt wurde der noch recht junge Verein in diesem Jahr mit dem baden-württembergischen »Outdoor Award« ausgezeichnet. Seine Tourentipps und weitere Informationen finden sich online unter www.trailsurfers-bw.de
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Vor 40 000 Jahren schufen Eiszeitmenschen auf der Schwäbischen Alb nahe Ulm die ersten figürlichen Kunstwerke und Musikinstrumente der Menschheit: in den Höhlen des Achtals und des Lonetals. Nie fand man bisher ältere Gegenstände solcher Art. 2017 verlieh die UNESCO sechs Höhlen und ihrer Umgebung den Welterbe-Titel »Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb«. »Weltkultur erfahren« lautet daher das Motto auf den Fahrradtouren durch den Alb-Donau-Kreis und um Ulm. Höhlen, Felsen und die Uferlandschaften der Donau wechseln sich hier ab mit Burgen, Schlössern und Klöstern.

Radfahrer finden Angebote für jeden Anspruch: 14 Rundtouren mit 40 bis 75 Kilometern, drei E-BikeTouren mit 51 bis 114 Kilometern, als Langstrecke den vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichneten »Albtäler« (185 km). Neu im Programm ist die Streckentour »Eiszeittäler« (74 km). Zwischen Schelklingen und Niederstotzingen verbindet sie das Ach- und das Lonetal und deren wichtigste eiszeitliche Fundorte. Wer den »Löwenmenschen« oder die »Venus vom Hohle Fels« im Original bestaunen will, hält an einem der beiden Museen am Weg. Auch Blaubeuren mit der berühmten Blautopf-Karstquelle lohnt einen Stopp. Klare Sache: Der Alb-Donau Kreis hat so viel zu bieten, dass man am besten länger bleibt und ein paar Übernachtungen einplant.

Infos: www.tourismus.alb-donau-kreis.de
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Hohenlohe

Viele Burgen und Schlösser, spannende Möglichkeiten für Outdoor-Freunde: So lässt sich Hohenlohe in Kürze beschreiben. Ganz im Nordosten Baden-Württembergs, an der Grenze zu Bayern, erstreckt sich die liebliche Region zwischen Heilbronn, Bad Mergentheim und Rothenburg ob der Tauber. Die Flüsse Jagst, Kocher und Ohrn durchfließen sie und locken als Ziele für Kanutouren, Radwanderungen und sogar Planwagenfahrten.
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Einen guten Überblick verschaffen sich Wanderer von den höchsten Erhebungen des Hohenlohekreises, dem Mühlberg bei Waldenburg (522 m) und dem Theresienberg (497 m). Daneben bieten sich zahlreiche ausgiebige Touren durch sanft-hügeliges Terrain und in den Flusstälern an, mit Zielen wie dem prachtvollen Kloster Schöntal, dem ehemaligen Wasserschloss Neuenstein oder Ruinen, die zu Fantasiereisen anregen.

Auch in den idyllischen, fachwerkgeprägten Dörfern fühlt man sich mitunter in eine andere Welt versetzt. Und die vielen Wanderwege und Radrouten durch das Weinparadies Hohenlohe lassen sich gut mit einem Stopp beim Winzer verbinden. Vor allem im Sommer gehören seine zahlreichen Seen zu den Aushängeschildern von Hohenlohe – perfekt für die Kombination von Tour und Badestopp.

Mit dem Breitenauer See liegt hier auch die größte Wasserfläche Nordwürttembergs. In diesem natürlichen »Spaßbad« finden Surfer und Stand-Up-Paddler ebenso wie Segler und Taucher ihr Revier. Wer einfach baden und relaxen will, ist am 400 Meter langen Strand und auf den großzügigen Liegeflächen richtig. Bestes Basislager direkt vor Ort: der Fünf-Sterne-Campingpark Breitenauer See bei Obersulm.

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Auf Spuren von Kelten und Römern Schon lange, bevor Outdoor-Sportler Hohenlohe für sich entdeckten, spielte die Region eine wichtige Rolle. Bereits die Kelten fühlten sich hier wohl, ihr »Oppidum Finsterlohr Burgstall« aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus gehört zu den bedeutendsten Befestigungsbauten jener Zeit in Mitteleuropa. Auch die Römer hielt es eine ganze Weile vor Ort, und so findet sich bei Zweiflingen auf einer Länge von 500 Metern mit dem »Pfahldöbel« ein besonders gut erhaltener Abschnitt des römischen Limes. Wall und Graben der einstigen Reichsgrenze kann man hier im Wald deutlich erkennen.
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Zum Waffenarsenal der Römer gehörten auch Pfeil und Bogen. Mit ihnen treffsicher umzugehen ist eine hohe Kunst, die heute glücklicherweise nur noch als Sport betrieben wird. In Hohenlohe bieten sich mehrere Möglichkeiten, sich darin zu versuchen. Intuitives Bogenschießen – also ohne Visier – auf Zielscheiben und 3-DTiere kann man zum Beispiel in Ingelfingen im Kochertal lernen.

Apropos Tiere: Nicht nur junge Outdoorer begeistert ein Besuch auf dem Alpakahof Albrecht in Mulfingen. Die gutmütigen Vierbeiner aus den Anden eignen sich bestens als Wanderkameraden mit entspanntem Gehtempo. Und wenn es anstelle von tierischen Begleitern lieber ortskundige sein sollen, dann ist man bei den Natur- und Landschaftsführern Hohenlohe an der richtigen Adresse.

Mehr Infos: www.hohenlohe.de
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Murgtal

Mein Puls rast. Wie in Trance steige ich im Klettergurt über das Brückengeländer, das sichernde Seil rutscht über das Metall. Meine Hände klammern sich am Geländer fest, 15 Meter unter mir rauscht der Fluss. Mit dem Abseiling, wie es neudeutsch heißt, beginnt der Adventure-Tag zwischen Forbach und Raumünzach im Schwarzwald. Nach dem Adrenalinstoß an der Brücke bei Raumünzach werden wir mitten durchs Murgflussbett an den Rand des Orts wandern und als Abschluss bei Forbach Softrafting ausprobieren. Dieses runde Programm für einen ganzen Tag hat mich neugierig gemacht. Ich bin nicht die einzige Erwachsene, aber die meisten anderen sind im Familienverbund mit großen und auch kleineren Kindern unterwegs. Denn schon ab sechs Jahren können sie gut teilnehmen.
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Je jünger, desto weniger Angst scheinen sie zu kennen. Mir hingegen ist schon etwas bange, hier am Seil über der Murg hängend. »Wenn du bereit bist, lass das Geländer einfach los.« Clayton, unser Guide für heute, lächelt aufmunternd zu mir herunter. »In meinen drei Jahren bei Adventure World«, sagt er, »ist noch nie ein Gast abgestürzt.«

Endlich kann ich loslassen – und atme auf: Seil und Gurt halten. Clayton seilt mich Stück für Stück parallel zum Brückenpfeiler herab. Unten löse ich den Gurt. Etwas abseits sitzen die Teilnehmer, die den Auftakt schon mit Bravour hinter sich gebracht haben: eine Mutter mit Tochter und Sohn. Sie blicken gemeinsam auf den Bildschirm einer Kamera und suchen nach dem schönsten Fotomotiv. Davon gibt es hier unten viele: Die Murg fließt über Buntsandstein und Granit. Mal als riesige Findlinge, mal als kleingeschliffene Steine formen die Felsen das Flussbett mit. Rechts und links leuchten Ahornbaum und Esche saftig grün und spenden etwas Schatten. Kurz durchschnaufen, dann kommt Teil 2.  

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Unser Guide zeigt uns den sicheren Weg durch das Flussbett, hilft an rutschigen Stellen und erzählt uns vom Fluss und seinen Bewohnern. Die spitzwarzige Gelbbauchunke ist hier zu Hause und auch die Ringelnatter. Auf etwa 80 Kilometer Länge gurgelt die Murg dahin – fast genauso lang fühlt sich unsere Wanderung an. »So, das war jetzt ungefähr ein Kilometer«, sagt Clayton am Ende. Im Auto geht es ins sechs Kilometer entfernte Forbach, zu einer Stärkung im Adventure-World Biergarten. Dort stehen wir nach der Mittagspause mit Schwimmwesten, Helmen und Paddeln ausgerüstet bereit zum Rafting. Das Wasser fließt ruhig, der Fluss ist breit, verengt sich nach wenigen Metern aber, nimmt Geschwindigkeit auf und bildet wirbelnde Stromschnellen. Clayton erteilt klare Anweisungen: auf den Knien sitzen, versetzt zum Vordermann paddeln und auf den Steuermann hören. In der Theorie kein Problem. Sobald wir jedoch im Schlauchboot knien, ist alles vergessen.

Wir paddeln wild durcheinander, stranden an großen Steinen und fahren sogar ungewollt rückwärts. Nach einem Viertelkilometer steuern wir ans Ufer und tragen das Boot zurück. Raften dürfen wir so oft, wie wir Energie und Spaß haben – und davon haben wir reichlich. »Hattet ihr Angst beim Abseilen?«, frage ich die Kinder zum Schluss, als wir die nassen Schwimmwesten ausziehen. Nach vielen lauten und einem leisen »Nein« muss ich den Hut vor ihnen ziehen. Denn ich hatte etwas Angst. Aber beim nächsten Mal fällt es mir bestimmt leichter.

Infos zur Adventure World unter www.murgtal-arena.de

Zur ganzen Region unter www.schwarzwald-tourismus.info
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Bodensee, Schwäbische Alb, Schwarzwald – vor allem in diesen drei Regionen Baden-Württembergs listet die Website www.familien-ferien.de Tipps, die einen Aufenthalt draußen interessant machen. Überall warten rauschende Wälder, geheimnisvolle Schluchten und sprudelnde Wasserfälle auf kleine und große Abenteurer. Oder wie wäre es mit einem Ausflug in eine Höhle? Auf der Schwäbischen Alb kann man an gleich ein paar Stellen diese mysteriöse Welt unter der Oberfläche betreten oder sogar im Kahn befahren. An heißen Tagen wird man ebenso gerne den verschlungenen Pfaden durch den Schwarzwald folgen oder am Bodensee Rad fahren, um die Tour mit einem Sprung ins Wasser zu krönen.

Wer seine Umgebung intensiver kennen lernen will, folgt den Schwarzwälder Erlebnispfaden. Sie machen mit Tieren und Pflanzen vertraut. Familienfreundliche Orte wie Baiersbronn oder Bad Peterstal bieten außerdem spezielle Pässe an, bei denen Kinder durch kleine Aufgaben richtige Abenteuer erleben. Oder sie wandern mit Forscherrucksack oder -weste los, beantworten die mitgelieferten Fragen und erledigen Aufträge. Nebenbei nehmen sie an einem Gewinnspiel teil. Und sollte das Wetter einmal nicht passen, schauen Familien im Mitmachmuseum Schwarzwaldhaus in Grafenhausen vorbei oder werden im Forschermuseum Experimenta in Freudenstadt selbst zu Wissenschaftlern. Am Ende der Ferien ist man klüger, sportlicher – und garantiert entspannter als vorher.

Infos: www.familien-ferien.de
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Erlebnispfade:
Zu den Besonderheiten der jeweiligen Regionen führen die Erlebnispfade. Tipp für Sommertage: auf dem Wasserweg Unterkirnach im Schwarzwald dem Wasser von der Quelle bis zum Hahn folgen.

Rucksack & Weste:
Mit Becherlupe und Kescher spüren kleine Forscher den Geheimnissen der Natur nach. Rucksäcke und Westen mit der Ausrüstung an vielen Orten der »Familienferien«.

Geocaching:
Mit dem GPS-Gerät stöbert man Schätze auf, z. B. auf den Spuren der Flößer bei Loßburg im Schwarzwald
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Zweitälersteig

Vier Mal wurde er bereits vom Deutschen Wanderverband mit dem Prädikat »Qualitätsweg Wanderbares Deutschland« ausgezeichnet, 2019 sogar zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt: Der Weitwanderweg »ZweiTälerSteig « im Südschwarzwald gehört ohne Zweifel zu den Outdoor-Highlights von Baden-Württemberg. Mal steil und wild, mal sanft und lieblich verbindet er als Rundtour in der Nähe von Freiburg das Elztal und das Simonswäldertal. Immer wieder geht es über Aussichtsgipfel, auf 106 Kilometern kommen dabei 4120 Höhenmeter zusammen.

Ein Viertel davon meistern Wanderer gleich auf der ersten von fünf Etappen. Stolze 1241 Meter misst der Kandel, Hausberg des mittelalterlichen Städtchens Waldkirch, das den Ausgangs- und Zielort des ZweiTälerSteigs bildet. Diesem Berg steigt man nun aufs Haupt: neun Kilometer, 1000 Vertikalmeter. Damit liegt die größte Herausforderung des Weitwanderwegs dann auch schon hinter einem, und der Blick von der Gipfelpyramide – dem höchsten Punkt der ganzen Tour – hinab ins liebliche Tal hat etwas Bezauberndes.

Auf den noch folgenden 97 Kilometern genießen Wanderer neben gut beschilderten Wegen und Pfaden unzählige Eindrücke von der Natur und Kultur des Südlichen Schwarzwaldes: Die tosenden Zweribach-Wasserfälle, die wildromantische Teichschlucht, idyllische Schwarzwaldhöfe und die Ruine der Kastelburg sind nur ein paar der vielen Höhepunkte. Übernachtet wird in Gasthöfen oder Pensionen.Und während die ersten drei Etappen mit ordentlichen Höhenunterschieden die Beine fordern, muten die letzten beiden Tage in leicht hügeligem Terrain geradezu erholsam an.

Wer dann nach gut 100 Kilometern von der Aussichtsbank am Hochtann Kandelblick auf diesen Gipfel schaut, wundert sich wahrscheinlich. Liegt es erst vier Tage zurück, dass man dort oben war? Wie anders die Zeit doch beim Wandern vergeht ... Jetzt aber: Bergab zum Ziel! Noch gemütlich über den Höhenrücken zwischen Elztal und Rheintal nach Waldkirch wandern, und nach einem unvergesslichen Ausflug vom Alltag schließt sich hier der Kreis.
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1. Zum Auftakt hoch hinaus
Von Waldkirch geht es auf den Kandel, den höchsten Punkt des ZweiTälerSteigs (9 km).

2. Schwarzwald wild und steil
Durch den wildesten Teil des ZweiTälerLands führt Etappe zwei nach Simonswald (25 km).

3. Ein Tag für Gipfelsammler
Auf dem Kammweg nach Oberprechtal-Wittenbach uralten Pilgerspuren folgen (25 km).

4. Liebliche Kulturlandschaft
Über Aussichtsgipfel und durch die sanften Hügel des Elztals nach Höhehäuser (24 km).

5. Gemütliches Finale
Auf dem Höhenrücken zwischen Elztal und Rheintal zurück nach Waldkirch (23 km).


Rundum sorglos – Paketbuchung:
Das Angebot »Wandern ohne Gepäck« beinhaltet vier, fünf oder sechs Übernachtungen inklusive Frühstück und Lunchpakete sowie Gepäcktransfer. Es ist ab 404 Euro unter www.zweitaelersteig.de buchbar.


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Göppingen

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Wer mit Kindern unterwegs ist, wählt am besten einen der beiden barrierearmen Löwenpfade, die nur 3,5 Kilometer lang sind. Selbst mit Kinderwagen machen sie Spaß, und außerdem stehen an genau den richtigen Punkten Bänke für eine gemütliche Pause.

www.loewenpfade.de
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  • Bildrechte: Albstadt Tourismus, Arne Kolb, Ben Wiesenfarth, Biosphaerenzentrum / Arnulf Hettrich, Bogenparcours Hohenlohe / Mugler, David Knipping, David Lohmüller, David Schultheiß, Hochschwarzwald Tourismus GmbH, KTG Bad Peterstal-Griesbach, Kurverwaltung Bad Urach, Landkreis Göppingen, METTNAU, Nationalpark Schwarzwald, Naturpark Südschwarzwald, Patrick Kunkel, Patrick Rosche, Schwarzwald Tourismus / Chris Keller, TMBW, Tobias Fröhner, Tourismus BW, Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, Trailsurfer / Marko Müller, Walter Finkbeiner, bad-wildbad.de, berggeheimnis.com, hochgehberge / Angela Hammer , hohenlohe.de, imago, neckarsteig.de, rad-und-wanderparadies.de

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